Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren!

Zervikobrachialgie / Schulter-Arm-Syndrom / Zervikalsyndrom

Definition

Von einer Zervikobrachialgie, Schulter-Arm-Syndrom, zervikozephalem Syndrom oder zervikobrachialem Syndrom spricht man, wenn von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen, die in den Arm respektive den Kopf ausstrahlen, auftreten.

Nackenschmerzen können Symptom für sehr viele und sehr unterschiedliche Erkrankungen hauptsächlich im Bereich der Halswirbelsäule aber auch der Schulter und des Brustkorbes sein. Am häufigsten sind Überlastungsprobleme der lokalen Muskulatur und des Weichteilgewebes durch statische Fehlhaltungen (z. B. Bildschirmarbeit).

Des weiteren unterliegt die Halswirbelsäule mit zunehmendem Alter einem chronischen Verschleißprozess. Dieser kann ähnlich wie an der Lendenwirbelsäule Bandscheiben und Wirbelgelenke befallen und zu Bandscheibenvorfällen oder Wirbelblockaden führen. Verstärkt werden vor allem chronische Nackenschmerzen durch psychische Belastungen sowie durch Stresssituationen.

Nackenschmerzen können in jeder Altersgruppe auftreten, verstärkt jedoch im fortgeschrittenen Alter. Eine Häufung beim weiblichen Geschlecht wird beschrieben.

Das Zervikalsyndrom ist gekennzeichnet durch den reinen Nackenschmerz, oft mit Ausstrahlungen in die Schulter und ohne neurologische Symptomatik. Nicht selten führt die schmerzhaft verspannte Muskulatur zu einer Nackensteife mit vollständiger Blockierung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule.

Tritt zusätzlich zu den Nackenschmerzen eine Schmerzausstrahlung, Lähmung oder Gefühlsstörung an den Armen oder Händen auf, so spricht man von einem Zerviko-Brachial-Syndrom oder einem Nacken-Schulter-Arm-Syndrom.

Das zervikozephale Syndrom beschreibt dagegen das Auftreten von Kopfschmerzen (Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen) mit oder auch ohne zusätzliche Nackenschmerzen. Diese werden häufig durch psychische Belastungssituationen, seltener durch Verletzungen oder auch durchblutungsbedingte Störungen an der Halswirbelsäule verursacht.

Zwar sind degenerative Veränderungen keiner sinnvollen Behandlung zugänglich, die davon verursachten Schmerzen aber sehr wohl. Medikamentös bieten sich hier Schmerzmittel an, aber auch Medikamente zur Muskelentspannung.

Bei fortbestehenden Schmerzzuständen erweist sich die lokale Infiltration als sehr hilfreich. Wenn die Injektion den richtigen Ort trifft, kommt es meist zu einer raschen und dauerhaften Linderung der Schmerzen. Auch Akupunktur kann in solchen Fällen helfen. Die Physiotherapie, mit dem Ziel der muskulären Stabilisation der Halswirbelsäule ist sehr wichtig. Allerdings ist darauf zu achten, dass der behandelnde Therapeut nicht laufend chirotherapeutisch, also mittels Einrenkmanövern, behandelt, um keine unnötigen Gelenkschäden zu verursachen. Physiotherapie in einem akuten Schmerzzustand ist allerdings meist sinnlos, die empfundenen Schmerzen machen es gar nicht möglich, die Muskulatur der Halswirbelsäule so weit zu belasten, dass ein Trainingseffekt zustande kommen könnte. Zunächst sollte also für eine ausreichende Schmerzbesserung gesorgt werden, mit der ein therapeutischer Zugang geschaffen wird.